Kulmbach, die heimliche Hauptstadt des Bieres

Teilnehmer der Bier- und Kulturfahrt in Sichtweite der Plassenburg

Kurz vor Ende der Sommersaison lud der TC Schnaittach zu einer kurzweiligen Tagesfahrt in die Fränkische Schweiz ein. Bei schönstem Herbstwetter traf man sich frühmorgens an der Hopfensiegelhalle in Schnaittach und brach Richtung Norden auf. Zur Einstimmung auf das Kommende verteilte Klaus Schuchhardt eine kleine Brotzeit sowie selbst erstellte TCS-Bierdeckel.

Erstes Etappenziel war Kulmbach, die „heimliche Hauptstadt des Bieres“ und Sitz des Bayerischen Brauereimuseums im Kulmbacher Mönchshof. Dort wurden die Teilnehmer nicht nur in die Braukunst eingeführt, sondern erfuhren auch viel Wissenswertes über die Geschichte des Bieres und der Braukultur. So finden sich etwa Hinweise auf „Biere“ schon bei Ägyptern, Römern und Kelten, und eine 3000 Jahre alte Bieramphore aus einem Hügelgräberfeld im Kulmbacher Land gilt als der älteste Beleg für das Brauen auf deutschem Boden. Im Mittelalter war das Bierbrauen noch vom Glück des Brauers abhängig, was besonders gut in Bäckereien gelang. Das 1516 erlassene Bayerische Reinheitsgebot beschränkte die Zutaten noch auf Gerste, Hopfen und Wasser. Als man Ende des 18. Jahrhunderts schließlich die Bedeutung der Hefe für die alkoholische Gärung erkannte und den Brauprozess somit kontrollieren konnte, begann die Blüte und später die Industrialisierung der Braukultur. Gab es Mitte des 19. Jahrhunderts noch mehr als 50 Brauereien in Kulmbach, sind die verbliebenen später in der Kulmbacher Brauerei AG mit ihrem vielfältigen Sortiment aufgegangen.

Das Brauereimuseum umfasst auch Exponate der früheren Dosen- und Fleischwarenfabrik H. & P. Sauermann AG. Gegründet 1865, war die Metzgerei ein Pionier der fabrikmäßigen Lebensmittelproduktion und entwickelte sich bis in die 30er Jahre zu einer bedeutenden Konservenfabrik. Ihre Produkte fanden weltweit Absatz und waren auch in Kriegszeiten gefragt. Später geriet die Fabrik in finanzielle Schieflage und musste in den 70er Jahren den Betrieb einstellen.

Historische Dampflokomotive

Nach der Mittagspause im Bräuhaus war die zweite Station das Deutsche Dampflokmuseum in Neuenmarkt. Die Bedeutung des kleinen Ortes als wichtiges Verkehrszentrum geht auf die „schiefe Ebene“ zurück. Als erste europäische Strecke erlaubte sie es Mitte des 19. Jahrhunderts Dampflokomotiven, eine Steigung von 2,5 Prozent zum 158 Meter höher gelegenen Bahnhof Marktschorgast ohne technische Hilfsmittel zu überwinden. Neben der Geschichte der Eisenbahn in Deutschland erfuhren die Besucher bei der Museumstour nicht nur viel über Technik und Betrieb von Dampflokomotiven, sondern konnten auch historische Eisenbahnwaggons bestaunen.

Verwunschene Formation im Felsengarten Sanspareil

Letzte Station vor dem gemeinsamen Abendessen war der Felsengarten Sanspareil, Auf verschlungenen Pfaden flanierte man über wildromantische Wege und durch spektakuläre Felsenformation zum Ruinentheater. Anschließend trat man die Rückfahrt an, die zur Einkehr in Marshel’s Landgasthof in Lindenhardt unterbrochen wurde. Dort erhielten alle ein kostenloses Bier der Brauerei Kürzdörfer, die dem Gasthof gleich gegenüber liegt. Kurz nach Einbruch der Dämmerung war man nach einem erlebnisreichen Tag wieder zurück in Schnaittach.