Wer nicht wagt, der nicht gewinnt…

Die risikofreudige Reisegruppe vor dem Eingang zum Spielcasino

Die risikofreudige Reisegruppe vor dem Eingang zum Spielcasino

Nach der Fernreise nach Lissabon im Jahr zuvor war mit Baden-Baden wieder eine näher gelegene Stadt das Ziel der Kulturreise. Bereits frühmorgens, noch vor Anbruch der Dämmerung, machte sich ein nahezu voll besetzter Bus auf den Weg in den Südwesten. Erstes Ziel war das etwa auf halber Strecke im Hohenlohekreis gelegene Städtchen Waldenburg, wo die hungrigen Reisenden im Hotel-Café Mainzer Tor ein reichhaltiges Frühstücksbuffet erwartete. Zwischendurch brachte die Inhaberin, Frau Saskia Bauer, ihren Gästen die eindrucksvolle Geschichte dieses interessanten Ortes näher. In den letzten Kriegstagen im April 1945 von den Alliierten fast vollständig zerstört, war das  Städtchen im historischen Gewand modernisiert wieder aufgebaut worden. Vor der Weiterfahrt stießen alle mit Klaus Schuchardt, der die Reise hervorragend geplant und organisiert hatte, mit einem Glas Prosecco auf seinen Geburtstag an.

Gegen Mittag erreichte man schließlich Baden-Baden, wo man im unweit des Casinos gelegenen Atlantik Parkhotel eincheckte. Bei der anschließenden Stadtführung erfuhr man allerhand Wissenswertes über den Ort und seine Geschichte. So war Baden-Baden im Krieg weitgehend von Zerstörung verschont geblieben und konnte seinen ursprünglichen Charakter bis heute erhalten. Bereits die Römer hatten die am Rande des Schwarzwaldes entspringenden heißen Thermalquellen genutzt. Im Mittelalter war die Stadt bis zu einem verheerenden Brand 1689 der Sitz der namensgebenden Markgrafschaft Baden. Im 19. Jahrhundert wurde sie als Bäderstadt wiederentdeckt und entwickelte sich nicht zuletzt auch aufgrund der Spielbank zu einem international bedeutenden Treffpunkt. Vor allem russische Schriftsteller zog es dorthin, die Baden-Baden zum Spielort von Romanen werden ließen. So porträtierte etwa Leonid Zypkin in seinem Roman „Ein Sommer in Baden-Baden“ die Spielsucht Fjodor Dostojewskis. Nach dem Rundgang verblieb noch etwas Freizeit, etwa für einen Zwischenstopp in dem für seine exquisiten Kuchen und Torten bekannten Café König.

Der Abend begann mit dem Besuch des Spielcasinos, wo den Teilnehmern das Roulette-Spiel zunächst erläutert wurde und sie dieses im Anschluss in einer praxisnahen Übung verlustfrei (aber leider auch gewinnfrei) erproben konnten. Vor dem Versuch, mit dem neu erworbenen Wissen die Bank zu sprengen, stand noch das gemeinsame Abendessen im Hotel auf dem Programm. Zwischen den Gängen trug der bekannte Schauspieler und Theaterregisseur Immo Sennewald kurzweilige Geschichten sowie Gedichte von Wilhelm Busch und Erich Kästner vor. Zum Ausklang des erlebnisreichen Tages traf man sich noch im Kaminzimmer des Hotels mit Pianobar.

Der zweite Tag stand zur weiteren Erkundung von Baden-Baden zur freien Verfügung. So konnte man beispielsweise das wundervolle sonnige Herbstwetter nutzen, der Lichtentaler Allee entlang des Flüsschens Oos zum Kloster Lichtenthal zu folgen. Auf dem Weg dorthin liegt die Anlage des Tennisclub Rot-Weiss Baden-Baden e. V., einem der ältesten und traditionsreichsten Tennisvereine Deutschlands. Unterwegs ließen sich bei einer kurzen Rast auch die Blumen im Rosen- und Dahliengarten bewundern. Am Ziel angelangt, konnte man schließlich im Klostercafé bei Kaffee und Kuchen den Sonnenschein genießen. Auch das Frieder-Burda-Museum oder das Fabergé-Museum waren lohnenswerte Ziele. Am Nachmittag standen zudem zwei Pferdekutschen bereit, um einige Teilnehmer durch die Allee zum Kloster zu fahren. Am frühen Abend traten dann die allesamt vom erlebnisreichen Wochenende begeisterten Teilnehmer ihre Heimfahrt nach Schnaittach an.