Ach wär’ ich doch in Heidelberg geblieben…

Bei schönem, wenngleich kaltem Wetter präsentierte sich Heidelberg am zweiten Tag den Teilnehmern der Kulturreise

Bei schönem, wenngleich kaltem Wetter präsentierte sich Heidelberg am zweiten Tag den Teilnehmern der Kulturreise

Nach der Kulturreise nach Amsterdam im letzten Jahr stand in diesem Jahr turnusmäßig wieder eine „kleine“, zweitägige Kulturfahrt auf dem Programm des TC Schnaittach, diesmal nach Heidelberg. Aufgrund des freundlichen Wetters in den Tagen vor Reisebeginn freute sich eine größere Reisegruppe schon darauf, an zwei milden Spätherbsttagen in den Straßencafés von Heidelbergs Altstadt die letzten warmen Sonnenstrahlen des Jahres zu genießen. Doch bei Reiseantritt am frühen Samstagmorgen hatte sich garstiges, nasskaltes Wetter eingestellt, das sich bis zum Neckar nur geringfügig besserte.

Gleich nach der Ankunft hatten die Teilnehmer eine erste Gelegenheit, die Altstadt auf eigene Faust zu erkunden oder in den zahlreichen Cafés und Restaurants die örtlichen Spezialitäten zu genießen. Bei leichtem Nieselregen traf man sich am Nachmittag wieder zur gemeinsamen Stadtführung, die den Wissbegierigen kurzweilig wichtige Fakten und amüsante Anekdoten zur wechselvollen Geschichte der Stadt lieferte. Natürlich durfte auch ein Gang über die Alte Brücke nicht fehlen, deren mächtiges, in seinen Grundfesten aus dem 15. Jahrhundert stammendes Brückentor in früherer Zeit den Zugang zu Heidelberg kontrollierte. Nach der Stadtführung wurde das direkt am idyllischen Ufer des Neckar gelegene Quartier bezogen, bevor man am frühen Abend zum gemeinsamen Drei-Gänge-Dinner aufbrach. Im Anschluss erkundeten einige Nachtschwärmer die Heidelberger Kneipenszene, während andere den Tag in der Hotelbar gemütlich ausklingen ließen.

Am Tag darauf stand zunächst die Besichtigung des Heidelberger Schlosses auf dem Programm. Als eine der berühmtesten Ruinen Deutschlands ist es das Wahrzeichen der Stadt und hat schon etliche Dichter und Künstler inspiriert, wie etwa auch Mark Twain, der 1878 das Schloss in seinem Buch „Ein Bummel durch Europa“ in höchsten Tönen pries. Bis zu seiner Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg war das Schloss die Residenz der Kurfürsten von der Pfalz. Seit den Zerstörungen durch die Soldaten Ludwigs XIV. wurde das Schloss nie mehr vollständig aufgebaut und blieb bis heute Ruine. Der Aufstieg zum Schloss erfolgte bequem mit der Bergbahn, die am Schloss vorbei bis zum höchsten Punkt des Königstuhls 550 Meter über dem Meeresspiegel führt. Doch bereits von der Höhe des Schlosses aus konnte man Dank des inzwischen aufgeklarten Wetters einen schönen Blick über Heidelberg genießen und das durch seine herbstliche verfärbte Vegetation sehr romantisch wirkende Neckartal bewundern. Ein Besuch des Kellergewölbes mit dem größten jemals befüllten Weinfass sowie des in einem Nebenflügel gelegenen Deutschen Apothekenmuseums rundeten den Besuch des Schlosses ab.

Der zweite Höhepunkt des Tages war am Nachmittag eine Fahrt auf dem Neckar, von dem aus man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und die Berghänge links und rechts des Flusses hatte. Durch das umweltfreundliche, solarbetriebene Ausflugsschiff wurde der Genuss weder durch Abgase noch Motorgeräusche gestört. Gleich im Anschluss an die Rundfahrt begab man sich auf die Heimreise und erreichte Schnaittach bereits am frühen Abend.