Amsterdam – Stadt der Grachten

Die Teilnehmer der Kulturreise nach Amsterdam mit Stadtführerin Mathilda (links kniend)

Die Teilnehmer der Kulturreise nach Amsterdam mit Stadtführerin Mathilda (links kniend)

Nach der kombinierten Wein- und Kulturreise des letzten Jahres stand heuer wieder eine „große“ Kulturreise an. Ziel war diesmal das an der Mündung der Amstel gelegene Amsterdam, das wegen seiner Grachten und der auf unzähligen Pfählen in den Sumpf gebauten Häuser schon seit dem 17. Jahrhundert als „Venedig des Nordens“ bekannt ist.

Der erste Reisetag war der Anreise per Bus gewidmet. Der darauffolgende Tag begann mit dem Besuch des Rembrandt Hoeve, einem kleinen Bauernhof, auf dem die Reisegruppe in die Geheimnisse der Käseherstellung eingeweiht wurde. Die Teilnehmer der Führung konnten verschiedene Sorten fertig gereifter, wenngleich noch junger Käse verkosten und erfuhren auch, wie ein Käselaib richtig gelagert werden muss, um Schimmelbildung zu vermeiden. Als weiteres traditionelles Handwerk wurde den Teilnehmern die Anfertigung von Holzschuhen vorgestellt. Nebenbei lernte man, dass Bemalung und Verzierung von Holzschuhen über ihre Verwendung Aufschluss geben und worin sich zum Beispiel Arbeitsschuhe von Hochzeitsschuhen unterscheiden. Den Besuch in der Käserei nutzten etliche Reiseteilnehmer dazu, sich mit wohlschmeckendem Bauernkäse einzudecken.

Bei der anschließenden Stadtrundfahrt wurden Geschichte und Architektur Amsterdams vorgestellt. Zugleich wurde auch auf die heutigen Probleme dieser quirligen Stadt eingegangen, zum Beispiel beim U-Bahn-Bau im morastigen Untergrund. Die praktischen Probleme des Lebens in einer von zahllosen Grachten (Kanälen) durchzogenen Stadt und ihren engen Straßen kamen ebenfalls nicht zu kurz. Weil Platz kostbar ist, sind Parkplätze für Autos rar und teuer. Deshalb stellen Fahrräder in verschiedensten Ausführungen das Hauptfortbewegungsmittel der Stadtbewohner dar und werden für alle Besorgungen des täglichen Leben genutzt. Großzügige Ladeflächen zwischen Vorderrad und Lenker erlauben auch sperrige Güter sicher zu transportieren und dienen Kindern gegebenenfalls als Sitzgelegenheit. Die Präsenz von Fahrrädern ist so allumfassend, dass Fußgänger besonders achtsam sein müssen, um Kollisionen mit Radfahrern zu vermeiden. Straßen, Wege und Plätze sind mit Fahrrädern verstopft, und selbst mehrstöckige Fahrradparkhäuser lösen das Stellplatzproblem nur zum Teil; zudem ist die Diebstahlquote extrem hoch.

Nach einer gemeinsamen Mittagspause in der „Pancake Bakery“ stand der Besuch einer Diamantschleiferei auf dem Programm. Dort wurden die Teilnehmer der Führung mit den verschiedenen Sorten und Reinheitsgraden von Diamanten vertraut gemacht. Einem Diamantschleifer konnten sie dabei zusehen, wie aus einem Rohdiamanten in vielen kleinen Schritten ein Brillant mit 56 Facetten entsteht. Anhand geschliffener Diamanten wurden die unterschiedlichen Qualitäten und Preisstufen erläutert, und die funkelnden Exponate ließen die Herzen mancher Damen höher schlagen.

Letzter Programmpunkt der Stadtführung war eine Grachtenrundfahrt, welche die Stadt aus nochmals anderer Perspektive präsentierte. Vom Schiff aus waren auch die zahlreichen Hausboote zu sehen, auf denen etliche Stadtbewohner leben. Aufgrund der begrenzten und damit teuren Liegeplätze werden Hausboote vor allem von wohlhabenderen Amsterdamern genutzt. Auch war die Leichtigkeit des Seins zu spüren, mit der die Stadtbewohner ihre Freizeit auf Ausflugsbooten in den weit verzweigten Grachten verbringen. Am Abend stand dann der Besuch des Musicals „Miss Saigon“ im nahe gelegenen Utrecht auf dem Programm, von dessen Inszenierung alle Besucher begeistert waren.

Der dritte Reisetag stand im Zeichen von Amsterdams wohl berühmtesten zwei Malern und begann mit dem Besuch des Van-Gogh-Museums. Selbst eine große Bewunderin seines Werkes, gelang es der Führerin, der Reisegruppe das Leben und Leiden dieses außergewöhnlichen Künstlers anhand seiner zahlreichen Werke nahe zu bringen. In fast allen seiner Bilder spiegelt sich die Stimmungslage dieses äußerst empfindsamen und labilen Künstlers wider, selbst die Vorahnung seines Todes, was durch seine fast vollständig erhaltene Korrespondenz mit seinem Bruder belegt ist. Nach der Mittagspause schloss der kulturelle Teil mit dem Besuch des Rembrandt-Hauses. Auch wenn dort nur wenige seiner Werke ausgestellt sind, erlaubte dies doch einen Einblick in sein Leben, Arbeiten und Wirken. Der Rest des Tages stand dann für eigene Streifzüge durch Amsterdam zur Verfügung.

Die Rückreise bot noch einen Abstecher nach Volendam, einen idyllisch am Ijsselmeer gelegenen kleinen Fischerort. Dort konnte man an einem Strandcafé den Aufenthalt genießen oder sich mit frisch zubereiteten Fischspezialitäten versorgen. Links des Rheins ging es gegen Mittag dann wieder zurück nach Schnaittach, das man am frühen Abend erreichte.