Bier- und Kulturfahrt nach Bayreuth

Die Teilnehmer der Kulturreise nach Amsterdam mit Stadtführerin Mathilda (links kniend)

Die Teilnehmer der Bier- und Kultur­fahrt nach Bayreuth am Eingang des Brauerei- und Büttnerei-Museums der Brauerei Maisel

Nach der Wein- und Kultureise des letzten Jahres unternahm der TC Schnaittach turnusgemäß heuer wieder eine Bier- und Kulturfahrt. Ziel war diesmal das nahe gelegene Bayreuth, das vor allem durch die Produkte der Brauerei Maisel unter Bierkennern weithin bekannt ist.

Nach Anfahrt über die A9 wurde die Reisegruppe im Foyer des Maiselschen Brauerei und Büttnerei-Museums schon von zwei Führern erwartet. In Gruppen aufgeteilt, wurde den Teilnehmern die Bierbraukunst anhand der historischen Maschinen und Geräte des Museums nahe gebracht. Diese stammen noch aus der Gründerzeit der Brauerei und waren solange in Gebrauch, bis die Expansion des Unternehmens den Bezug neuer Räumlichkeiten und den Einsatz effizienterer Technik erforderte. Zu jener Zeit wurde die Anlage noch mit Kohlekesseln betrieben, mit denen nicht nur die Sudkessel beheizt wurden. Daraus gespeiste Dampfmaschinen trieben weitere Gerätschaften an, etwa die Gerstenreinigungs- oder die Abfüllanlage. In der Büttnerei wurden seinerzeit noch die Holzfässer zur Lagerung und zum Transport des Bieres angefertigt, die nicht zuletzt aus Kostengründen längst von isolierten Stahlfässern und Stahltanks abgelöst wurden. Nach einem kurzen Abstecher zum Fasskeller, dem Abfüllraum und der umfangreichen Gläsersammlung konnten die „Bierfahrer“ sich mit einem köstlichen Glas „Maisel’s Weisse“ stärken.

Nach dem Mittagessen im gleich nebenan gelegenen Gasthof „Goldener Löwe“ stand der Besuch der unterhalb der früheren AKTIEN-Bierbrauerei gelegenen Kellergewölbe auf dem Programm. Die Entstehung dieser Katakomben ist bis heute weitgehend ungeklärt, zumal keine historischen Aufzeichnungen, die hierüber Auskunft geben könnten, mehr vorhanden sind. Man geht jedoch davon aus, dass die Gewölbe entweder zur Gewinnung von Sandstein ausgehoben oder als Zufluchtsort angelegt wurden. Aufgrund ihrer klimatischen Eigenschaften wurden sie bis zur Erfindung von Kühlaggregaten auch zur Lagerung von Eisblöcken und verderblichen Waren (wie insbesondere dem AKTIEN-Kellerbier) genutzt. Sie dienten aber auch als Schutzbunker im Kriegsfall, etwa zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges oder während der alliierten Luftangriffe. Heute ist nur noch ein geringer Teil der Katakomben der Öffentlichkeit zugänglich und bietet ein Panoptikum aus Brauereihistorie und Kulturgeschichte der Stadt Bayreuth während des zweiten Weltkrieges. Am Ende der abwechslungsreichen Führung erwartete die Kellerforscher ein frisches AKTIEN Zwick’l Kellerbier im gemütlichen Bräustüberl.

Der Rest des Nachmittags stand den Teilnehmern zur freien Verfügung, um etwa das unweit gelegene Stadtzentrum zu erkunden oder gar schon die ersten Weihnachtseinkäufe zu tätigen. Am frühen Abend trat man die Rückfahrt an, die zum gemeinsamen Abendessen im Brauereigasthof Herold nahe Pegnitz unterbrochen wurde. Dort konnte man sich selbstgebrautes Bier und Wurstwaren aus eigener Herstellung schmecken lassen, bevor man schließlich nach kurzer Fahrt wieder Schnaittach erreichte.