Am Alten Kanal entlang zur Teufelskirche

Die Teilnehmer der Wanderung auf der Treppe zur Kapelle der Burgruine Thann

Die Teilnehmer der Wanderung auf der Treppe zur Kapelle der Burgruine Thann

Die Herbstwanderung 2009 führte die Wanderfreunde des TC Schnaittach diesmal entlang des Alten Kanals und durch die Teufelsschlucht, die wohl romantischste Braunjuraschlucht der Altdorfer Gegend. Die Wanderung begann beim S-Bahnhof in Altdorf und führte zunächst am Rossweiher vorbei ins Pfaffental und unter der Autobahnbrücke der A3 hindurch. Etwas weiter liegt in einem Tal die Teufelshöhle, eine Sandsteinhöhle, die derzeit aufgrund eines Deckeneinsturzes nicht mehr besichtigt werden kann. Bei der Prethalmühle, einer früheren Postkutschenstation, erfolgte ein kurzer Abstecher zur Löwengrube, einem in einem Steinbruch gelegenen Treffpunkt von Studenten der Altdorfer Universität, dessen Name auf Baron von Löwenstern zurückgeht.

An der Prethalmühle vorbei führte der Weg über den Heinzelberg zu dem unweit von Dörlbach gelegenen Kriegerdenkmal unter den Linden; an dieser Stelle waren schon 1850 über 2000 Jahre alte Hünengräber entdeckt worden. Bei einem herrlichen Blick auf den Dillberg wurden die mittlerweile hungrig gewordenen Wanderer von den Organisatoren dort mit kleinen Naschereien versorgt. Kurz danach erreichte man Dörlbach und wanderte entlang des Alten Kanals (Ludwigskanal) an Schwarzenbach vorbei über Schafhof nach Burgthann, wo nahe der Burgruine das Mittagessen eingenommen wurde.

Der Weg durch die Teufelsschlucht führt über steile Treppen auf Felsenkämme

Der Weg durch die Teufelsschlucht führt über steile Treppen auf Felsenkämme

Frisch gestärkt, stand nach der Mittagspause zunächst die Besichtigung Burgruine Thann auf dem Programm, deren Geschichte bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Im Mittelalter wurde eine Fachwerk-Kapelle mit einem auf einer Säule ruhenden Chorälchen von außen an die gut erhaltene Ringmauer angebaut. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg geplündert, der Südostflügel zerstört und fortan als Steinbruch genutzt. Nach weiterer wechselvoller Geschichte wurde erst in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts mit umfangreichen Sanierungsarbeiten begonnen.

Nächste Station der Wanderung war die nahe Schloss Grünsberg gelegene Sophienquelle, die größte gefasste barocke Quellanlage nördlich der Alpen, die im frühen 18. Jahrhundert von Johann Paul Paumgartner nach italienischem Vorbild zu Ehren seiner Gemahlin Sophie anlegt wurde. In Grünsberg wurde der ebenfalls zum Schloss gehörende „Himmelgarten“, ein Renaissance-Barockgarten, besichtigt.

Nur wenige Meter hinter Grünsberg erreichten die Teilnehmer der Herbstwanderung dann die Teufelsschlucht und folgten dem quellklaren Forresbach durch die wildromantische Klamm zur Teufelskirche. Der Name der Schlucht geht auf die Sage zurück, dass Ritter Jörg von der Thann an einem Karfreitag entgegen dem Rat seines Burgkaplans einen prächtigen Hirsch jagte und in diese unwegsame Schlucht hinein verfolgte, wo dem Frevler dann der Teufel erschienen und mit ihm in die Unterwelt entschwunden sein soll. Die Teufelskirche am Ende der Klamm ist ein altes – fast möchte man sagen: verwunschenes – Kohlebergwerk aus dem 16. Jahrhundert mit zahlreichen Schächten, das aber mangels ausreichenden Kohlevorkommens schon früh wieder aufgelassen wurde.

Nach diesem beeindruckenden Naturerlebnis ging es über sanfte Hügel und Täler zurück zum Pfaffental und weiter nach Altdorf, wo die Wanderung in einem Eiscafé gemütlich beschlossen wurde.