Venedig, Stadt der Inseln und Kanäle

Die Teilnehmer der Kulturreise auf der Brücke zur Piazza der Laguneninsel Torcello

Die Teilnehmer der Kulturreise auf der Brücke zur Piazza der Laguneninsel Torcello

Nach der „kleinen“ Kulturfahrt nach Weimar im Jahr zuvor stand 2009 zum Jahresabschluss wieder eine Kultur-Fernreise auf dem Programm. Zu fast noch nachtschlafender Zeit trafen sich die zahlreichen Teilnehmer bei der Hopfensiegelhalle in Schnaittach, um auf große Fahrt nach Venedig zu gehen und dort eine Aufführung von Verdis „La Traviata“ zu genießen.

Die Anfahrt erfolgte bei klarem Wetter und viel Sonnenschein über die Tauernautobahn nach Udine, der ersten Station der Reise. Die Stadt gilt als die am meisten „venezianische“ unter den Städten des Friauls. Vor allem das Ensemble der Piazza Libertà und der umliegenden Gebäude erinnern in ihrem Charakter an den Markusplatz in Venedig. Von dem oberhalb der Piazza auf einer Anhöhe gelegenen Schloss bot sich den Besuchern im Abendrot ein eindrucksvoller Blick über Udine auf den dahinterliegenden Alpenkamm. Bei Einbruch der Dunkelheit fuhr man weiter nach Venedig, um im Hotel am Canal Grande das gemeinsame Abendessen einzunehmen und anschließend auf eigene Faust eine erste Erkundungstour durch die Gassen Venedigs zu unternehmen.

Am darauffolgenden Morgen stand zunächst eine Stadtführung auf dem Programm. Bei leicht trübem Wetter schlängelten sich die „Neuvenezianer“ durch die engen und verwinkelten Gassen der Viertel Santa Croce und San Polo, oft abseits der üblichen Touristenpfade. Anhand der fachkundigen Erläuterungen der Stadtführerin lernten die Reiseteilnehmer dabei die Geschichte Venedigs, aber auch die Eigenheiten sowie das Liebens- und Lebenswerte dieser einzigartigen Lagunenstadt kennen. Auf dem Rialtomarkt tauchte die Gruppe schließlich in das quirlige Marktleben ein, nahm den Pulsschlag der Fischmarkthallen und Verkaufsstände auf. Anschließend führte der Weg über die berühmte Rialtobrücke hinweg durch das San-Marco-Viertel zum Markusplatz, dem Herzstück Venedigs. Aufgrund der jahreszeitlich häufig anzutreffenden Überschwemmungen gelangte man über Brücken zum Dom, welcher die Stirnseite des Platzes beherrscht. Das Innere des Markusdoms ist geprägt von einer über 4000 Quadratmeter großen Mosaikfläche, die den Boden und nahezu alle Innenflächen umfasst und von byzantinischen und venezianischen Künstlern im Laufe von sieben Jahrhunderten geschaffen wurde. Ihren Abschluss fand die Stadtführung mit der Besichtigung des prunkvollen Dogenpalastes und einem Gang über die Seufzerbrücke zum angegliederten Zellentrakt des Gefängnisses. Mit seiner überwältigenden Pracht, die einem nahezu den Atem verschlägt, gibt der Palast noch heute Zeugnis von Macht und Reichtum Venedigs und beeindruckt – ebenso wie vor Jahrhunderten die Gesandten fremder Völker – seine Besucher. Der Rest des Tages stand dann für eigene Erkundungstouren durch das Labyrinth von Venedigs Gassen zur Verfügung.

Morgenrot über der Laguna Veneta bei Murano

Morgenrot über der Lagune beim Anlanden in Murano

Am nächsten Tag setzte die Reisegruppe per Boot auf die Venedig vorgelagerten Laguneninseln über. Erstes Ziel war Murano, vor allem bekannt durch seine venezianische Glaskunst. Nach einer kurzen Besichtigung von Werkstatt und Ausstellung der Glasmanufaktur „Vetreria Artistica Ellegi“ gelangte man entlang des Hauptkanals der Insel weiter zur Basilica dei Santi Maria e Donato, deren Baugeschichte bis in 7. Jahrhundert zurückreicht und somit weiter als die Venedigs. Burano, die zweite Station, ist vor allem durch seine in allen nur denkbaren Farben gestrichenen Häuser geprägt. Bekannt ist Burano aber auch durch sein venezianisches Stoff- und Spitzengewerbe; mit dem hier erfundenen Luftstich wurden im 16. und 17. Jahrhundert die feinsten Spitzen geklöppelt. Torcello schließlich ist eine nahezu menschenleere Insel, von der aber vermutlich die Besiedelung der Lagune ihren Anfang nahm. Im 12. Jahrhundert zählte die Insel rund 20.000 Bewohner und war ein blühendes Handelszentrum. Die aus dieser Zeit stammende Basilika Santa Maria Assunta mit ihren herrlichen Mosaiken und die Kirche Santa Fosca sind die letzten Zeugnisse vergangenen Glanzes.

Am späten Nachmittag kehrte man nach Venedig zurück, um sich nach kurzer Erfrischungspause auf den Weg zur Scuola Grande di San Teodoro zu begeben und dort eine Aufführung von Verdis „La Traviata“ zu genießen. Anschließend ließ man den Abend in geselliger Runde gemütlich ausklingen.

Der letzte Tag der Reise führte zunächst durch das Val Lagerina, wo in den alten Gemäuern des oberhalb von Rovereto gelegenen Castel Noarna eine kleine Weinprobe mit Imbiss eine willkommene Abwechslung bot. Am frühen Nachmittag fuhr man über den Brenner zurück nach Hause.