Regensburg, Weltkulturerbe und Bierstadt

Die Teilnehmer der Bierfahrt vor dem Restaurant Gänsbauer in Regensburg

Die Teilnehmer der Bierfahrt vor dem Restaurant Gänsbauer in Regensburg

Im Wechsel mit der Weinfahrt des Vorjahres stand 2009 wieder eine Bier- und Kulturfahrt auf dem Programm. Ziel war diesmal Regensburg, die „nördlichste italienische Stadt“ mit ihrer weltberühmten historischen Altstadt.

Erste Station war nach der Anreise durch das schöne, wunderbar in Herbstfarben getauchte Altmühltal die in Abensberg gelegene Brauerei Kuchlbauer, deren Innenarchitektur von Friedensreich Hundertwasser gestaltet worden war. Von außen weithin sichtbares Wahrzeichen ist der Bierkunstturm, der die Besucher schon aus der Ferne den Weg zur Brauereiführung und Bierprobe weist. Nach Begrüßung durch den Geschäftsführer wurden die Teilnehmer der Bierfahrt in die Tradition der Weißbierherstellung nach dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 eingeweiht. Ein Besuch der Multimedia-Biershow sowie des brauereieigenen Museums, das unter anderem eine historische Bierabfüllanlage sowie eine Weizenbierglas-Ausstellung umfasst, stimmten auf die anschließende Weißbier-Verkostung im rustikalen Bierkeller der Brauerei ein. Dort lernten die „Bierfahrer“ das richtige Einschenken eines Weizenbieres und wurden mit einer Weißbierkenner-Urkunde (Vorderseite, Rückseite) ausgezeichnet.

Nach dem Mittagessen, das in den nur wenige Meter entfernten „Aunkofener Stubn“ eingenommen wurde, ging es über Landstraßen weiter nach Regensburg. Dort besichtigten die Teilnehmer der Bierfahrt zunächst Schloss St. Emmeram, den Sitz der Familie Thurn und Taxis. Das Schloss entstand aus dem ehemaligen Benediktiner-Kloster St. Emmeram, das die Familie Thurn und Taxis im Jahre 1810 als Ablösung für ihre Postrechte erhalten hatte und zur Residenz um- und ausbauen ließ. Das Schloss wir noch heute von Familienmitgliedern bewohnt und für festliche Ereignisse genutzt.

Die Steinerne Brücke in Regensburg, ein Denkmal des Weltkulturerbes

Die Steinerne Brücke in Regensburg, ein Denkmal des Weltkulturerbes

Nach dem Besuch des Fürstenschlosses stand der Nachmittag zur freien Verfügung und konnte unter anderem zum Besuch der Brauerei Kneitinger, dem Regensburger Weissbrauhaus, dem Regensburger Dom, der Steinernen Brücke oder der historischen Altstadt genutzt werden. Der historische Stadtkern Regensburgs blieb über die Jahrhunderte erhalten und hat auch die Schrecken der Kriege weitgehend unbeschadet überstanden. Liebevoll und umsichtig saniert, verfügt Regensburg heute über die größte mittelalterliche Altstadt Deutschlands mit über 1000 geschützten Denkmälern und wurde deshalb im Jahre 2006 von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt. Der Beiname „Nördlichste Stadt Italiens“ rührt übrigens daher, dass Regensburg die größte Zahl an Geschlechtertürmen, ursprünglich in Italien errichtete herrschaftliche Statussymbole und gleichzeitig Festungen einflussreicher Patrizierfamilien, nördlich der Alpen verfügt.

Zum gemeinsamen Abendessen traf man sich im Restaurant Gänsbauer, dem ältesten Feinschmeckerlokal Regensburgs. Bei Hors d’œuvres und einem Aperitif genossen die Teilnehmer zunächst eine virtuelle Stadtführung, nachdem die „echte“ Stadtführung dem unbeständigen Wetter zum Opfer gefallen war. Mit viel Wissenswertem über Regensburg und seine Geschichte versorgt, ließen die „Bierfahrer“ den erlebnisreichen Tag mit erlesenen Speisen gemütlich ausklingen, bevor es später am Abend wieder nach Schnaittach zurück ging.