Weimar, die Stadt Goethes und Schillers

Die Reisegruppe am Fuße des Goethe-Schiller-Denkmals vor dem Nationaltheater zu Weimar

Die Reisegruppe am Fuße des Goethe-Schiller-Denkmals vor dem Nationaltheater zu Weimar

Nach der großen Barcelona-Reise im Vorjahr führte der TC Schnaittach 2008 wieder eine Kulturreise zu einem näher gelegenen Ziel durch, und zwar in die thüringische Kulturstadt Weimar. An einem nebelverhangenen Morgen fuhr man von Schnaittach zunächst über Oberfranken und durch den Thüringer Wald nach Oberhof. Dort, auf einem malerischen Parkplatz am Rennsteig, servierte Organisatorin Jutta Schuberth den Reiseteilnehmern ein deftiges Picknick mit Brot und Wurst sowie Rotwein. Frisch gestärkt stand dann die Besichtigung der Oberhofer Wintersportanlagen auf dem Programm, wobei vor allem die Bobbahn und die Ski-Arena zu längeren Aufenthalten einluden. Ein Oberhofer Stadtführer informierte die Reiseteilnehmer über die Geschichte des Ortes sowie die Entwicklung des Wintersportes in der dortigen Gegend.

Nach der Führung ging die Reise an Erfurt vorbei weiter in das wenige Autominuten von Weimar entfernt gelegene Bad Berka, wo Quartier bezogen wurde. Nach kurzer Erfrischungspause stand zunächst ein gemeinsames Abendessen im Theater-Café unweit des Nationaltheaters in Weimar auf dem Programm. Während des Diners wurden die Gäste von einer Schauspielerin durch Zitate aus Goethes umfangreichen Briefwechseln kurzweilig und launisch in seine Vorlieben und Essensgewohnheiten eingeweiht. Gestärkt begab man sich dann ins nahe gelegene Nationaltheater, um dort der Premiere von „Hamlet – No Roof Access“ beizuwohnen. Angelehnt an Shakespeares „Hamlet“, thematisiert dieses Stück die Selbstfindung des Prinzen innerhalb seines Familienkörpers und die Aufarbeitung der Morde in seinem Umfeld. Sehr modern inszeniert und nur in Auszügen an das Original angelehnt, wurde die Aufführung anschließend lebhaft und kontrovers diskutiert. Nach der Premiere konnten die Teilnehmer das Weimarer Nachtleben auf eigene Faust erkunden, bevor man gemeinsam zurück nach Bad Berka fuhr und den Abend in der Hotelbar gemütlich ausklingen ließ.

Der darauffolgende Tag begann mit einer Stadtführung durch die Weimarer Innenstadt. Aufgeteilt in zwei Gruppen, erfuhren die Teilnehmer der Kulturreise von den in historischen Gewändern gekleideten Führern allerlei Wissenswertes über die Stadt und das Leben und Wirken ihrer wohl berühmtesten Persönlichkeiten: Herzogin Anna Amalia, Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller. Die Zeit bis zur Weiterfahrt stand danach zur freien Verfügung, sodass bei schönstem Herbstwetter etwa der Park an der Ilm erkundet oder ein Imbiss in einem schön gelegenen Straßencafé eingenommen werden konnte.

Letztes Ziel der Kulturreise war die Leuchtenburg südlich von Jena. Auf dem 400 Meter hohen Lichtenberg gelegen, gilt sie als Königin des Saaletales mit einem einzigartigen Panoramablick über Thüringen. Erstmals 1221 urkundlich erwähnt, durchlebte die Burg eine wechselvolle Geschichte. Heute beherbergt sie ein Museum, das mit über 1500 Exponaten eine der bedeutendsten Sammlungen Thüringer Porzellans besitzt. Die Ausstellung zeigt, wie sich die Mitte des 18. Jahrhunderts mit der Entdeckung des Hartporzellans aufstrebenden Manufakturen auf die Lebensweise und Kultur der Arbeiter ausgewirkt haben. Das Museum beherbergt zudem eine umfangreiche Ausstellung zur höfischen Jagd, ihren Jagdmethoden und Waffen. Nach dem Besuch der Burgmuseums nahm man in der Burgschänke das Abendessen ein, bevor man sich am frühen Abend auf den Heimweg machte.